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Makrotrends · 24. September 2026

Rechenzentrumsregister: die erste Auswertung

Seit August liegen erstmals amtliche Daten zu Rechenzentren in Deutschland vor. Die Auswertung des Umweltbundesamts zeigt, wie viel Aussagekraft sie schon haben und was sich daraus ableiten lässt.
Luftaufnahme von Windrädern und Solarfeld in grüner Hügellandschaft im Morgenlicht

Makrotrends 2 Min. Lesezeit Von Alexander Otto

Energie & KostenEnergieInfrastrukturRechenzentren

KI-Anwendungen laufen in Rechenzentren, und diese brauchen Strom. Am 14. August 2026 hat das BAFA die öffentliche Plattform des Rechenzentrumsregisters freigeschaltet. Betreiber ab 300 Kilowatt elektrischer Anschlussleistung müssen Energieverbrauch, Effizienz und Anteil erneuerbarer Energie melden. Das Umweltbundesamt (UBA) hat die Daten am 21. September 2026 ausgewertet.

Was die Auswertung zeigt

Veröffentlicht sind bisher Daten von 319 Rechenzentren. Das UBA merkt an, dass viele Rechenzentren großer internationaler Betreiber fehlen, obwohl sie meldepflichtig sind. Bei etwa 12 Prozent der Meldungen liegt die angegebene Leistung der IT-Technik gleich hoch oder höher als der Gesamtverbrauch der Anlage, was auf fehlerhafte Angaben hindeutet. Bei 4 Prozent ist die gemeldete Abwärme höher als der eingesetzte Strom, was physikalisch nicht möglich ist.

Die Effizienzwerte fallen insgesamt gut aus. Rund 70 Prozent der Rechenzentren erfüllen schon den für 2027 vorgesehenen Wert für die Energieeffizienz (PUE von 1,5 oder besser), 40 Prozent erreichen den strengeren Wert von 1,3 für 2030. Sieben Prozent liegen bei einem PUE von 2,0 oder schlechter. Etwa 80 Prozent der gemeldeten Anlagen beziehen ihren Strom vollständig aus erneuerbaren Quellen. Die Auslastung der elektrischen Kapazität liegt im Mittel bei etwa 35 Prozent.

Was das für Sie bedeutet

Für den Mittelstand ist das Register vor allem ein Hinweis darauf, welche Fragen an Anbieter berechtigt sind. Sie betreiben selten eigene Rechenzentren, mieten aber Rechenleistung, Speicher und KI-Dienste. Fragen Sie bei Ausschreibungen nach den Werten, die Ihr Anbieter melden muss: PUE, Anteil erneuerbarer Energie, Standort.

  • Fragen Sie nach dem PUE des Rechenzentrums, in dem Ihre Daten liegen, und nach dem Stromanteil aus erneuerbaren Quellen.
  • Prüfen Sie, ob der Anbieter im Register geführt wird. Wegen der Lücken ist ein fehlender Eintrag allein noch kein Mangel, aber eine Rückfrage wert.
  • Messen Sie die eigene Nutzung. Wer weiß, wie viele Anfragen und Tokens ein Prozess verbraucht, kann den Verbrauch begrenzen.
  • Wählen Sie für einfache Aufgaben kleinere Modelle, wenn die Qualität reicht.

Strom als Kennzahl im KI-Betrieb

Schon im Frühjahr 2025 haben wir beschrieben, warum der Stromverbrauch zu einer Kennzahl im KI-Einsatz wird. Mit dem Register entsteht dafür erstmals eine amtliche Datengrundlage, auch wenn sie noch unvollständig ist. Nehmen Sie Strom und Standort deshalb in Ihre Auswahlkriterien auf, neben Preis, Datenschutz und Leistung.

Zum Thema Rechenzentren und Strom: Strombedarf und Kosten (Mai); PUE 1,2 für neue Anlagen (Juli); Die öffentliche Plattform (August).

Quellen

Cloud- und Modellwahl mit Kennzahlen unterlegen

Wir ordnen Kosten, Strom und Datenschutz für Ihre KI-Anwendungen ein.