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Strategie · 23. Juni 2026

KI-Kompetenz: Ihr Schulungskonzept

Die Pflicht zur KI-Kompetenz bleibt, die Anforderung wird als angemessene Maßnahmen gefasst. So bauen Sie ein Konzept, das Sie belegen können.
Zwei Personen gehen in der Ferne durch einen begrünten Säulengang

Strategie 3 Min. Lesezeit Von Alexander Otto

Führung & KulturGovernanceEU AI ActWeiterbildung

Artikel 4 der KI-Verordnung verpflichtet Unternehmen, die KI einsetzen, dafür zu sorgen, dass ihr Personal über ausreichende KI-Kompetenz verfügt. Die Pflicht gilt seit dem 2. Februar 2025. Der Digital Omnibus, dem das Europäische Parlament am 16. Juni zugestimmt hat, fasst sie nach der Einordnung der Kanzlei Stibbe als Pflicht zu angemessenen Maßnahmen. Es geht also um Bemühen und Nachweis, nicht um ein garantiertes Kompetenzniveau jeder einzelnen Person. Für die Praxis ändert das wenig: Sie sollten zeigen können, was Sie getan haben.

Baustein 1: Bestand und Rollen

Erfassen Sie, wer im Unternehmen mit KI arbeitet, und teilen Sie die Personen in Gruppen ein, etwa Anwender, Führungskräfte und Verantwortliche für Systeme. Ein Sachbearbeiter braucht andere Inhalte als eine Personalleiterin, die ein Auswahlverfahren steuert.

Baustein 2: Inhalte je Gruppe

  • Anwender: Funktionsweise und Grenzen von Sprachmodellen, Prüfen von Ergebnissen, Umgang mit vertraulichen Daten.
  • Führungskräfte: Verantwortung, Einsatzregeln, Kennzeichnung erzeugter Inhalte, Umgang mit Fehlern.
  • Systemverantwortliche: Risikoeinstufung, Dokumentation, Protokolle, Meldewege.

Baustein 3: Format

Eine Kombination aus kurzer Einführung, praktischer Übung mit eigenen Aufgaben und Nachschlagematerial wirkt besser als ein einmaliger Vortrag. Halten Sie Sitzungen kurz und anwendungsnah, etwa 90 Minuten mit einer echten Aufgabe aus dem Arbeitsalltag.

Baustein 4: Nachweis

Dokumentieren Sie Datum, Teilnehmer, Inhalt und Dozent. Eine einfache Tabelle reicht. Wichtig ist, dass Sie auf Nachfrage zeigen können, wer wann geschult wurde und warum die Inhalte zur jeweiligen Rolle passten.

Baustein 5: Auffrischung

Werkzeuge ändern sich im Monatstakt. Planen Sie deshalb mindestens einmal im Jahr eine Auffrischung ein und lassen Sie bei neuen Werkzeugen oder Funktionen eine kurze Einweisung folgen.

Was ein Beispielplan enthalten kann

Quartal eins: Bestand erfassen und Gruppen festlegen. Quartal zwei: Pilotschulung für eine Abteilung. Quartal drei: Ausweitung auf alle Anwender, Einweisung der Führungskräfte. Quartal vier: Auswertung, Auffrischung und Dokumentation. Der Plan lässt sich anpassen, wichtig ist, dass jeder Schritt einen Termin und eine verantwortliche Person hat. Bei kleineren Betrieben lassen sich die Quartale zu zwei Halbjahren zusammenziehen, solange am Ende Nachweis und Auffrischung stehen. Fragen Sie auch bei Verbänden und Kammern nach Schulungsangeboten, die sich einbinden lassen.

Ein solches Konzept ist in zwei bis vier Wochen aufgebaut und kostet weniger als ein Vorfall durch falsch genutzte Werkzeuge. Es ist außerdem die Maßnahme mit dem besten Verhältnis von Aufwand zu Wirkung, weil sie jede andere Governance-Regel erst anwendbar macht.

KI-Kompetenz in drei Beiträgen: Artikel 4 verstehen (Januar); Artikel 4 nach dem Omnibus (Juli).

Quellen

Regeln für KI im Betrieb aufsetzen

Wir erarbeiten mit Ihnen schlanke Regeln, Rollen und Nachweise, die zu Ihrer Unternehmensgröße passen.