ifo-Umfrage: 54,5 Prozent nutzen KI, die mittleren Unternehmen liegen zurück
Laut ifo nutzen 54,5 Prozent der Unternehmen KI, mittlere Firmen aber nur zu 47,2 Prozent. Eine Kurzanalyse mit Folgen für die Praxis.
Strategie · 17. Februar 2026

Das Statistische Bundesamt hat die Ergebnisse seiner Erhebung zur Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologie in Unternehmen für 2025 vorgelegt. Danach nutzte etwas mehr als ein Viertel der Unternehmen (26 Prozent) in Deutschland künstliche Intelligenz. 2023 lag der Anteil bei 12 Prozent, 2024 bei 20 Prozent. Innerhalb von zwei Jahren hat er sich damit mehr als verdoppelt.
Große Unternehmen mit mindestens 250 Beschäftigten nutzen KI zu 57 Prozent, mittlere mit 50 bis 249 Beschäftigten zu 36 Prozent und kleine mit 10 bis 49 Beschäftigten zu 23 Prozent. Für den Mittelstand heißt das: Etwa jedes dritte mittlere Unternehmen ist dabei. Wer noch nicht angefangen hat, ist nicht allein, aber auch nicht mehr in der Mehrheit derer, die abwarten.
Unter den Unternehmen, die KI nutzen, setzen jeweils 52 Prozent auf Text-Mining und auf die Erzeugung von Bildern, Videos oder Audio. Spracherkennung nutzen 42 Prozent, die Erzeugung natürlicher Sprache 35 Prozent. Autonome Maschinenbewegung (6 Prozent) und Bilderkennung (17 Prozent) sind selten. Der Alltag liegt also bei Text, Sprache und Bildern, weniger bei Robotik.
Das Bayerische Landesamt für Statistik meldete am 30. Januar 2026 für Bayern 29 Prozent (2024: 23, 2023: 13 Prozent). Das liegt über dem Bundeswert. Zahlen für Thüringen haben wir in den genannten Quellen nicht gefunden.
Die Erhebung zählt, ob ein Unternehmen mindestens eine KI-Technologie nutzt. Wie intensiv, mit welchem Nutzen und mit welcher Sorgfalt, sagt sie nicht. Ein Betrieb, der einmal im Monat ein Sprachmodell zum Formulieren nutzt, zählt genauso wie einer, der Abläufe automatisiert. Auch deshalb lohnt der Blick auf die eigenen Anwendungsfälle mehr als der Vergleich mit dem Durchschnitt.
Prüfen Sie, welche Aufgaben in Ihrem Betrieb mit Text, Sprache oder Bildern zu tun haben und viel Zeit kosten. Dort liegen die ersten Anwendungsfälle, die auch andere Unternehmen bereits nutzen.