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Strategie · 13. Mai 2026

Bitkom: Viel KI, wenig Strategie

Die Nutzung steigt schneller als die Planung. Was die Bitkom-Zahlen zur Strategielücke für Ihr Unternehmen bedeuten.
Feines Netz aus Linien und Knoten mit einem gelb leuchtenden Punkt

Strategie 3 Min. Lesezeit Von Alexander Otto

StrategieKI-StrategieKennzahlenMittelstand

Der Digitalverband Bitkom hat am 11. März 2026 Ergebnisse seiner Befragung „Digitalisierung der Wirtschaft“ veröffentlicht. Befragt wurden 604 Unternehmen ab 20 Beschäftigten. Wir greifen die Zahlen jetzt auf, weil sie sich als Maßstab für Planungsgespräche im Frühjahr eignen.

Die Kernzahlen

  • 41 Prozent der Unternehmen nutzen KI. Weitere 48 Prozent planen oder diskutieren den Einsatz.
  • 77 Prozent der nutzenden Unternehmen sagen, KI habe ihre Wettbewerbsposition verbessert.
  • 33 Prozent der nutzenden Unternehmen finden KI teurer als ursprünglich kalkuliert.
  • Nur 21 Prozent der Unternehmen haben eine formale KI-Strategie.

Die Lücke zwischen Einsatz und Planung

Die Zahlen zeigen ein Muster, das uns aus Gesprächen vertraut ist: Die Werkzeuge sind da, der Plan fehlt. Wer ohne Strategie startet, kauft oft mehrere Lizenzen mit überlappendem Zweck, bindet Daten an unterschiedliche Anbieter und kann den Nutzen am Ende nicht beziffern. Der Befund, dass ein Drittel der Nutzer höhere Kosten als geplant meldet, passt dazu. Wo kein Budgetrahmen und keine Erfolgsgröße festliegen, fällt die Abweichung erst spät auf.

Was eine knappe Strategie enthält

Eine Strategie muss kein Hochglanzpapier sein. Für den Mittelstand genügen vier Bausteine auf einer Seite:

  • Ziel: Welches Geschäftsproblem soll KI lösen, etwa Bearbeitungszeit, Fehlerquote oder Reaktionszeit im Vertrieb?
  • Auswahl: Zwei oder drei Anwendungsfälle mit Verantwortlichen, nicht zwanzig Ideen.
  • Rahmen: Budget, Datenregeln und die Frage, was ein Mensch immer prüft.
  • Messung: Eine Zahl vorher, dieselbe Zahl nach 90 Tagen.

Die Zahlen als Spiegel nutzen

Stellen Sie in der nächsten Geschäftsleitungsrunde drei Fragen: Gehören wir zu den 41 Prozent, die KI nutzen? Haben wir eine schriftliche Strategie und damit zu den 21 Prozent? Kennen wir die monatlichen Kosten unserer KI-Werkzeuge vollständig? Die Stichprobe umfasst nur Unternehmen ab 20 Beschäftigten. Kleinere Betriebe sind darin nicht abgebildet, die Quote lässt sich also nicht eins zu eins auf sie übertragen. Auch die Erfolgsquote von 77 Prozent beruht auf Selbstauskunft der Unternehmen und ist keine gemessene Produktivität.

Wenn Sie zu den 41 Prozent gehören, die bereits nutzen, ist dies der schnellste Weg, aus verstreuten Einzelversuchen ein steuerbares Vorhaben zu machen. Gehören Sie zu den 48 Prozent, die noch planen oder diskutieren, sparen Sie sich damit einen Teil der Lehrgeldkosten. Ein halber Tag Workshop mit Geschäftsführung und Fachbereichsleitern reicht für den ersten Entwurf.

Die Nutzungsquote selbst und die Hürden haben wir bereits am 12. März eingeordnet: 41 Prozent nutzen KI. Hier geht es nur um die Strategielücke.

Quellen

Wo steht Ihr Unternehmen?

Der Readiness-Check zeigt in wenigen Minuten, welche Voraussetzungen für den KI-Einsatz schon stehen.