KI im Juni: was für den Mittelstand zählte
Der Monatsrückblick: Microsoft-Modelle, Parlamentsvotum zum AI Omnibus, ifo-Umfrage und Zahlenvergleich. Was Sie mitnehmen sollten.
Makrotrends · 11. Juni 2026

Die re:publica Berlin fand vom 18. bis 20. Mai 2026 in der Station Berlin statt. Laut Veranstalter und Berichten gab es rund 670 Sessions auf 27 Bühnen. Das Motto lautete „Never Gonna Give You Up“. Zu den Schwerpunkten zählten digitale Souveränität, Infrastruktur, künstliche Intelligenz und neue Öffentlichkeiten. Diskutiert wurde auch, wie sich demokratischere KI-Systeme gestalten lassen.
Der Begriff klingt nach Politik, hat aber einen betrieblichen Kern: Wie abhängig sind Sie von einzelnen Anbietern, und was geschieht, wenn einer Preise, Bedingungen oder Standorte ändert? Für ein mittelständisches Unternehmen ist das eine Risikofrage wie die nach einem Lieferanten, der den Großteil Ihres Materials liefert.
Das Ergebnis ist eine einfache Tabelle. Dort, wo ein Dienst kritische Daten verarbeitet und kaum ersetzbar ist, brauchen Sie einen Plan B. Das kann ein zweiter Anbieter sein, ein offenes Modell oder eine Lösung im eigenen Rechenzentrum.
Nicht jede Anwendung braucht maximale Unabhängigkeit. Ein Textassistent für interne Entwürfe hat andere Anforderungen als ein System, das Kundendaten auswertet. Souveränität ist eine Abwägung zwischen Kosten, Komfort und Risiko, und die fällt je Anwendungsfall anders aus.
Zeile eins: Textassistent für Entwürfe, nutzt keine Kundendaten, Wechsel in einem Tag möglich. Zeile zwei: System zur Auswertung von Serviceanfragen, nutzt Kundendaten, Wechsel dauert Wochen, Export der Konfiguration unklar. Die zweite Zeile braucht Aufmerksamkeit, die erste nicht. Genau diese Unterscheidung soll die Tabelle sichtbar machen. Ergänzen Sie eine Spalte für den Vertragspartner und den Verarbeitungsort, dann ist die Tabelle zugleich eine Grundlage für Ihr Verzeichnis der Verarbeitungstätigkeiten und für Gespräche mit Ihrer Datenschutzbeauftragten.
Konferenzen wie die re:publica sind für Betriebe nützlich, weil sie Fragen sichtbar machen, die in der Alltagshektik untergehen. Die Antwort darauf entsteht aber in Ihrem Haus, mit Ihren Daten und Ihrer Risikobereitschaft. Eine halbe Stunde pro Quartal für die Abhängigkeitstabelle genügt, um die Übersicht zu halten.