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Strategie · 29. September 2026

Fünf Fragen an die eigene Geschäftsführung

Vor dem Jahresendspurt lohnt ein kurzer Check. Alexander Otto stellt sich fünf Fragen, die sich Geschäftsführungen im Herbst stellen sollten, und gibt jeweils seine Antwort.
Zwei Personen gehen in der Ferne durch einen begrünten Säulengang

Strategie 2 Min. Lesezeit Von Alexander Otto

StrategieFührung & KulturGeschaeftsfuehrungInterview notiz

Wer im Herbst über KI spricht, sollte weniger über Modelle reden als über das eigene Haus. Ich habe fünf Fragen aufgeschrieben, die ich mir als Berater vor jedem Strategiegespräch stelle, und beantworte sie hier in kurzen Notizen. Die Antworten sind meine Einschätzung aus der Beratungspraxis und keine Studienergebnisse.

Frage 1: Welchen Vorgang würden wir morgen gern nicht mehr von Hand erledigen?

Diese Frage bringt mehr als jede Technologieliste. Wer einen konkreten Vorgang nennen kann, hat einen Anwendungsfall. Wer nur über KI im Allgemeinen spricht, hat noch keinen. Mein Rat: Beginnen Sie mit einem Vorgang, der oft vorkommt und dessen Ergebnis jemand im Haus beurteilen kann.

Frage 2: Wer ist verantwortlich, wenn es schiefgeht?

Jede Anwendung braucht eine Person im Fachbereich, die für das Ergebnis einsteht. Die IT liefert die Technik, aber sie kann nicht beurteilen, ob ein Angebotstext fachlich stimmt. Wo die Verantwortung unklar ist, wächst das Risiko, dass Fehler unbemerkt bleiben.

Frage 3: Sind unsere Daten so geordnet, dass ein Assistent sie nutzen kann?

Meine Erfahrung ist, dass hier die meisten Vorhaben ins Stocken geraten. Wenn Preislisten in drei Versionen im Netz liegen und niemand weiß, welche gilt, hilft auch das beste Modell nicht. Eine Stunde Datenordnung vor dem Start spart Wochen später.

Frage 4: Wissen alle, was in ein KI-Werkzeug gehört und was nicht?

Eine halbe Seite mit klaren Regeln genügt: Welche Werkzeuge sind freigegeben, welche Daten dürfen hinein, an wen wendet man sich bei Zweifeln. Ohne solche Regeln entscheidet jede Person für sich, und das ist der Weg zu Schattenanwendungen.

Frage 5: Wer im Team kann mit den Werkzeugen umgehen?

Weiterbildung wird oft auf später verschoben. Dabei entscheidet sie, ob eine Anwendung im Alltag ankommt. Zwei Stunden praktische Einweisung am eigenen Vorgang bringen mehr als ein allgemeiner Vortrag. Planen Sie sie für jedes Vorhaben ein.

Was ich daraus mitnehme

Wenn ich mit einer Geschäftsführung diese fünf Fragen durchgehe, zeigt sich in der Regel schnell, wo der nächste Schritt liegt. Meist ist es kein neues Werkzeug, sondern eine Zuständigkeit, eine Datenordnung oder eine Regel. Das lässt sich in wenigen Wochen klären. Nehmen Sie sich dafür einen Termin im Kalender, bevor der Dezember kommt.

Die fünf Fragen gemeinsam durchgehen

Wir nehmen uns im Strategie-Call eine Stunde für Ihre Antworten.